Das astronomische Observatorium auf dem Berg Pip Iwan Tschornogorskyj

Das astronomische Observatorium auf dem Berg Pip Iwan Tschornogorskyj

Das Huzulenland ist die eigenartige Region der Ukraine, die aus den Teilen der  Galizien, der Bukowina und der Karpatenukraine besteht. Es ist historisch geschehen, dass die Werchowyna (bis 1962 Schabje) nicht nur dem geographischen Zentrum des Huzulenlandes geworden ist, sondern auch dem ethnographischen Zentrum auch. Am Ende des 19. Jahrhunderts nannte der ukrainische Genius Iwan Franko damaliges Dorf Schabje (das größte Dorf der ehemaligen Österreichisch-Ungarischen Monarchie)  „die Hauptstadt des Huzulenlandes“. Wichtig ist, dass in Werchowyna viele Kulturdenkmale geblieben sind und die wissenschaftlichen Mitarbeiter von dem Forschungsinstitut „Das Huzulenland“ erforschen sie. Zu den bekanntesten Denkmalobjekten von diesem Gebiet gehören die Ruinen des astronomisch-meteorologischen Observatoriums auf dem Berg Pip Iwan Tschornogorskyj.

Im huzulischen Gebiet der ukrainischen Karpaten sind viele wertvolle Gebäude aus Holz und Stein geblieben, die sehr gut mit der wunderschönen Natur übereinstimmen und sie bilden eine einzigartige Ethnolandschaft von diesem Gebiet. Viele besonders wertvolle historische und kulturelle Denkmale des Huzulenlandes benötigen die detaillierte Forschung. In dieser Hinsicht stechen die Ruinen des Observatoriums auf dem Berg Pip Iwan  zwischen den allen anderen Wahrzeichen besonders ab. Dieses riesige steinerne Gebäude erbaute man im Jahr 1938 auf dem besonderen Berg, der seit langen-langen Zeit dem alten Heiligen Berg der Huzulen mit dem Schrein auf der Spitze war. Obwohl die Baukosten der Sternwarte in der Ukraine die Zweite Polnische Republik übernahm, die meisten Vorbereitungs- und Bauarbeiten führten die einheimischen huzulischen Bauarbeiter in einem relativ kurzen Zeitraum in extrem schwierigen Naturverhältnissen in den Bergen durch. Die natürlichen Ressourcen der ukrainischen Karpaten zusammen mit dem Humankapital des Huzulenlandes waren diejenigen wichtigen ukrainischen Basen, die der erfolgreiche Bau der Sternwarte ermöglichten. Aus diesen Gründen ist das Gebäude der Sternwarte auf dem Berg Pip Iwan die eigenartige „Huzulische Pyramide“ und das Kulturdenkmal der ganzen Karpatischen Region der Ukraine.

Die Geschichte des Baus, der Funktionierung und der Zerstörung der  Sternwarte in weniger Zeit als ein Jahrhundert verloren an die Aktualität nicht,  besonders ist es für die Einheimischen des Huzulenlandes aktuell. Daher wurde man im Zeitraum von 1998 bis 2010 die 12 ukrainischen Sommerexpeditionen zu der Sternwarte auf dem Berg Pip Iwan durchgeführt. Auf der Basis von den zugänglichen schriftlichen Quellen und die erhaltenen von der Expeditionen Ergebnissen wurde man die Geschichte von dem Bau der Sternwarte wiederherstellt.

Es ist allgemein bekannt, dass die geographischen Koordinaten des Bergs Pip Iwan (der Schwarze Berg) – ein von den höchsten Bergen der ukrainischen Karpaten  – folgende sind: 48º 2’ 49.9″ N, 24º 37′ 45.5″ O. Seiner Höhe ist 2028 m über dem Meeresspiegel der Ostsee. Obwohl ist der Berg Pip Iwan der dritte nach dem Howerla (2061 m ü. d. M.) und nach dem Brebeneskul (2036 m ü. d. M.), bleibt er einer von den legendärsten Bergen der ukrainischen Karpaten. Die erste schriftliche Erinnerung über den Schwarzen Berg wurde von Al-Masudi (der arabische Historiker, Geographen und Wanderer des 10. Jahrhunderts) in seinem Werk „Die Goldwiesen und Edelsteinminen“ veröffentlicht. In diesem Werk, das aus 30 Teilbänden besteht, wurde über das Perserreich, den Kaukasus, Syrien, Ägypten und die Länder von Slawen und Chasaren berichtet. Bei der Beschreibung der Slawen erinnert sich Al Masudi an den Schwarzen Berg, wo der Schrein von dem alten Gott der Slawen war. Der Schrein war wahrscheinlich von Tschernebog, der laut den Mythen und Legenden der alten Slawen dem ewigen Gegner von dem Bieleboh war und ihren Kampf dauert die Ewigkeit. Im Buch „Die Erinnerungen der muslimischen Schriftstellern über Slawen und Russen (in dem Zeitraum von 7. Jahrhungert bis 10. Jahrhundert nach Christus)“  von Abraham Harkavy (1870) kann man folgendes lesen: „Ein weiteres Gebäude wurde von einem ihren König auf dem schwarzen Berg gebaut: es steht neben den wunderschönen bunten Wassern, die wegen ihrer heilkräftigen Eigenschaften bekannt waren. Auf der Bergspitze gab es ein Idol in menschlicher Form, den man als der Altermann mit einem Stock in der Hand vorstellte. Er konnte nur seinen Stock bewegen und dann bewegten sich die Knochen der Toten in ihren Gräbern. Unter seinem rechten Bein befanden sich die Bilder mit den verschiedenen Ameisen und unter dem linken Bein – das Bild mit den schwarzen-schwarzen Raben“. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es über die Mineralquellen Burkut, Poljana Kwasowa, Luzhanska geht, die sich in der Nähe von dem Schwarzen Berg befinden.

Der heilige Berg der Huzulen

Der heilige Berg der Huzulen
Seit den ewigen Zeiten war der Schwarze Berg dem heiligen Berg der Huzulen und er bleibt bis heute noch dem beliebtesten Platz für die Touristen und die Einheimischen, die jedes Jahr während des Iwan-Kupala-Tages ihre „Wallfahrt“ ausüben um die heilkräftigen Kräuter der Karpaten zu sammeln und die magische Blume des Farnes zu finden.  Offenbar ist dies ein einzigartiges Phänomen, das ihre Wurzeln in den Zeiten des Heidentums hat und bis heutzutage überlebt. Die Mitglieder der ukrainischen wissenschaftlichen Expeditionen trafen vielmal im Sommer auf dem Berg Pip Iwan die Pilger und fragten sie, warum gehen diese Pilger auf den  Berg in dieser bestimmten Zeit. In den meisten Fällen erhielten die Wissenschaftler die Antworten: die Verhältnisse gestalteten sich derart, dass unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern auf den Berg Iwan Pip während des Iwan-Kupala-Tages gingen, ihre Eltern, Großeltern und Urgroßeltern machten es auch; wir – Huzulen – respektieren unsere Traditionen und Bräuche und wir gehen am Tag des Iwana-Kupala nach oben“. Nur die ältesten huzulischen Menschen erinnern sich  an die Legenden über „die Wallfahrt“ auf den Schwarzen Berg, über den weißen Bullen, der ihren Vorfahren für den Gott auf der Bergspitze geopfert. Es gibt viele alten Legenden über die Fackelwanderungen am Abend des Iwan-Kupala-Tags, das größte Feuer auf Ehre des Tschernebogs, das gemeinsame Lesen apokryphischen Gebete und noch viele anderen geheimnisvollen Sachen. Man erzählt, die huzulischen Mädchen waren sehr überzeugt, dass die heilkräftigen Kräuter, die sie auf dem Berg am Iwana-Kupala Tag sammelten,  den Ehemann schneller finden vermögen.

Das astronomische Observatorium auf dem Berg Pip Iwan Tschornogorskyj

Es ist bekannt, dass es noch die ähnlichen aber etwas kleineren Schreine der Heiden gibt und sie befinden sich auf den Spitzen der Hrynjawski Berge und der pokutisch-bukowinischen Karpaten: Auf dem Berg Pysanyj Kamin gab es von Menschen ausgegrabenen Gruben für die Opfer. Die Wallfahrt auf diesen Berg fand am Tag der Maria Himmelfahrt. Noch ein Schrein der Heiden ist der Sokilskyj Kamin, der sich auf dem Kostrytscha befindet. Der Name des Berges stammt wahrscheinlich aus dem Heldfeuer „Kostra“, der die alten Schäfer dort verbrannten. Der Gebirgszug Igrez erinnert uns an die Zeiten der Heidentum nur seinem Namen: Igrez (ähnlich wie das deutsche Wort „Spiele“). Die Slawen-Heiden veranstalteten hier am Fest der Pozyjgra ihre Spiele. Die bekannten Denkmale sind auch Ugorske Kaminnja, der Berg Dowbuschanka mit den Kirchen von Dowbusch und mit der Schlucht, die Kliffküsten Didtschi Zerkwy im Flurnamen Surduk und viele anderen. Die Mitglieder der ukrainischen wissenschaftlichen Expeditionen befragten viele Dutzende von den ältesten huzulischen Menschen über den Schwarzen Berg. Sie erzählten, dass seit den langen-langen Zeiten die Leute auf den Berg gingen um dort zu Gott beten, aber es war schon lange her“. Die alten huzulischen Heiden gingen auf den Berg am Tag der Sommersonnenwende, der laut dem alten Kalender am 6-7 Juli war und dem christlichen Fest der Johannes der Täufer (bei Slawen heißt dieses Iwan der Täufer) entsprach.

Man muss berücksichtigen, dass der Tag des Äquinoktiums im Frühling und der Tag der Sommersonnenwende in den Zeiten des Heidentums den wichtigsten rituellen Tagen waren. Es war mit dem Beginn von den Arbeiten der Landwirtschaft und der Viehzucht abhängig. Die Huzulen bewahrten diese Tradition während vieler Jahrhunderte. Mit dem Übergang zu dem neuen Kalendersystem (am 24. Februar 1582 stimmte der  Papst Gregor XIII den Vorschlag der Astronomen Luigi Geraldo und Christophorus Clavius zu und stellte seinen Bullen aus, wobei nach dem 4. Oktober 1582 direkt der 15. Oktober 1582 eintreten sollte). Die „Wahlfahrt“ auf den Schwarzen Berg musste sich auch auf 21-23 Juni (der Tag der Sommersonnenwende) verschieben. Mit der Verbreitung des Christentums verloren die Fackelwanderungen ein bisschen an Bedeutung. Sie fanden weiter statt, aber sie wurden nicht dem Tag der Sommersonnenwende gewidmet, sondern dem Iwan-Kupala-Tag und dem Tag des der Johannes (Iwan) der Täufer. Die Einheimische feierten es am 6-7. Juli weiter, dass schon dem Tag der Sommersonnenwende nicht entsprach.

Der Schwarze Berg oder der Berg Pip Iwan

Ziemlich umstritten ist die Frage nach dem Namen dieses berühmten Berg – der Schwarze Berg oder der Berg Pip Iwan. Laut den ukrainischen Forschungsergebnissen, deren Grundlage die Untersuchung der topografischen Karten von diesem Gebiet war, der authentische Name ist der Schwarze Berg, was in den Quellen des 7. Jahrhunderts bekannt wurde. In den Dutzende von den Karten wurde das Toponym der Schwarze Berg genannt. Dieses Toponym betraf dem Berg, was neben dem Pruth und dem Einzugsgebiet des Tschornyj Tscheremosch war. Man hielt diesen Berg bis zu der Mitte des 19. Jahrhunderts (bis man die mehr oder weniger genauen Messungen machen könnte) als der höchste Berg der ukrainischen Karpaten. Dieser Berg gab den Namen für den gesamten Tschornogirskyj Gebirgszug. Der Name „Der Berg Popiwan“ erschien schon viel später und die Einheimischen von der Werchowyna verwendeten diesen Name nie. Die Wissenschaftler meinen, dass der Name „Pip Iwan“ künstlich ist und er erschien wegen der zahlreichen Umschreibungen der Karten.

Ein von den ältesten Schriftstücken, wo über den Schwarten Berg geht, ist die Karte „Deliniatio specialis et accurata Ukrainae cum suis palatinatibus ac distictibq provincysq adiacentibus“ (1651) von Guillaume le Vasseur de Beauplan, der französischer Militäringenieur, Architekt, Kartograf und der Offizier des Königreiches Polen.

Woher stammt der Name „Der Schwarze Berg“?

Es ist hochwahrscheinlich, dass der Name „Der Schwarze Berg“ von der großen Anzahl der Zirbelkiefern, denen die Subalpine Vegetationsstufe des Tschornogirskyj Gebirgszuges bewaldet war. Die Tannennadeln von diesen Bäumen sind dunkelgrün und wenn man auf den Berg (oder den ganzen  Tschornogirskyj Gebirgszug) schaut, dann sieht dieser Berg (dieser Gebirgszug) dunkelgrün, fast schwarz. Im Vergleich mit den anderen Bergen, die  den Fichten- und Tannenwäldern bedeckt sind, sehen sie von der Seite etwas heller aus und haben den  grün-blauen Farbton.

Die Geschichte

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und nach dem Zerfall der Österreichisch-Ungarischen Monarchie wurde das Land der ethnischen Huzulen unter den drei Nachbarstaaten aufgeteilt: Tschechoslowakei bekam die Karpatenukraine; die Bukowina ging zu Rumänien; Galizien wird nach Polen verlegt. Damit die Huzulen sich integrieren könnten, führte die polnische Regierung ein paar Projekte ein: „Das Fest des Huzulenlandes“, „Das Fest der Bergen“, „Das Fest des Winters“ durch. Ein bisschen später (am 12. Dezember 1933) wurde aus der Initiative des Vogtes von Schabje – des bekannten Forscher und Schriftsteller des Huzulenlandes Petro Schekeryk-Donukowujdie Gemeinschaft den Freunden des Huzulenlandes gegründet. Thaddäus Kaspschutskuj wurde seiner Leiter gewählt.

Es gab noch eine Gemeinschaft, die früher gegründet wurde – die Gemeinschaft Tatranske wurde im Jahr 1878 aus der Initiative des Pfarrers von Schabje und Il’zi – Safon Wytwyzkyj, (der dem Mitglied von dieser Gemeinschaft war) gegründet. Diese Gemeinschaft gründete ihre „Abteilung Tschornogirske von der Gemeinschaft Tatranske“.  K. Sawytskyj wurde seiner Leiter gewählt und der Professor des Gymnasiums von Kolomyja – Leopold Weigel – wurde seinem Vertreter gewählt. In Schabje organisierte man der Ortsvorstand unter der Leitung von  Ja. Hryhorowytsch. Im Jahr 1878 vereinbarte sich dieser Ortsvorstand mit dem einheimischen Huzul Iwan Popiwtschuk über den Bau auf der Polonina Hadzhyna des  Zufluchtsortes für die Gemeinschaft Tatranske. Insgesamt baute die Abteilung Tschornogirske von der Gemeinschaft Tatranske in den Karpaten 21 Zufluchtsorte für die Touristen,  auch in den abgelegenen Berggebieten: neben dem Berg Howerla auf Zarosljak, auf der Polonina Marischeska, Pogorilka, Hadzhyna, Koscherky, Furatyk, Baltagur, neben dem Bergen Popadja, Kostrytscha, Dowbuschanka, Homjak, Skupowa, Baba Ljydowa, Nuzhnja, auf dem Flurname Zawojely.

In diesen Zeiten gab es in Huzulenland der Akademische Klub Turystytschnyj, die Karpatische Gesellschaft Nartjarske, die Polnische Gesellschaft Krajeznawtsche, der Polnische Bündnis Kajakowskyj. Das Hauptziel von den allen Veranstaltungen und von den allen tätigen Gemeinschaften war die Annäherung des Huzulenlandes mit Polen und ihre ideologische national-politische Verbindung. Die Europäer waren in dieser Zeit von dem Huzulenland begeistert und die polnische Regierung investierte viele Kosten für die  Entwicklung der touristischen und der industriellen Infrastrukturen des Huzulenlandes. Damals funktionierten dort viele Unternehmen: die Fabriken „Olejky“, die französischen Aktiengesellschaften „Olearta“ und „Howerla“, die ätherische Öle aus den Drogenauszug von Kiefern der europäischen Zwerg-Kiefer produzierten. Diese Öle verwendete man damals in der Medizin und in der Parfümerie und sie wurden in Europa sehr geschätzt.

Eine solche Fabrik, die unter der Leitung von Managewytsch war, befand sich auf dem Berg Homjak und die andere – neben dem Berg Homul. Der Erdrutsch wegen der katastrophalen Überschwemmung in der Nacht vom 30. auf den 31. August 1927 trug sie zusammen mit den ihren Mitarbeitern in den Bergfluss hinunter.

Außer dem was schon oben gesagt worden ist, wurde von Polen noch die zwei großen Projekten durchgeführt: der Bau des huzulischen Museums in Schabje-Il’zi und der Bau des astronomischen Observatorium auf dem Berg Pip Iwan.

In Bezug auf die damaligen globalen Ereignisse und die Ausbreitung des Faschismus in Europa war die Sternwarte auf dem Berg Pip Iwan dem wichtigen strategischen Objekt auf der polnisch-tschechoslowakischen Grenze. Man muss beachten, auf der Bergspitze von Pip Iwan (nur in den wenigen Metern von der Sternwarte) war der Grenzstein №16 von der polnisch- tschechoslowakischen Grenze. Außerdem sind in der Nähe von dem Berg Stig (1654 m ü. d. M) die Grenzen der drei Staaten: Polen, Rumänien, Tschechoslowakei (später auch Ungarn) zusammengekommen. Polen wollte diese Sternwarte mit der vielseitigen finanziellen Unterstützung Tschechoslowakei, des Frankreichs und des Großbritanniens aufbauen.

Das Bauprojekt des Observatoriums auf dem Berg Pip Iwan

Das geplante strategische Bauprojekt der Sternwarte auf dem Pip Iwan kündigte der polnische General und Ingenieur Leon Berbezkyj zum ersten Mal im Februar 1935 von dem Name des Bundes der Luftverteidigung von Polen (LOOP). Er schlug dem Direktor des astronomischen Observatoriums von der Universität Warschau – Michail Kaminskij vor, die Arbeit der astronomischen Abteilung in der neu gebauten Sternwarte organisieren. Darüber hinaus wurde das Observatorium der Universität Warschau mit Bezug auf die Verstädterung des Warschaus für die astronomischen Beobachtungen immer weniger geeignet. Man plante schon lange Zeit das Observatorium aufbauen, aber die Universität Warschau und das Ministerium für Religion und nationale Bildung hatten nicht genug finanzielle Mittel. Michail Kaminskij willigte in seine Leitung der astronomischen Abteilung ein, weil (wie man weißt) man die astronomischen Beobachtungen in der völligen Dunkelheit durchführen muss, wo die Himmelskörper die einzigen Lichtquellen sind und wo genügend saubere Luft und relativ klaren Himmel gibt – alle diesen Bedingungen waren in der großen Stadt fast unmöglich. Nach den Erinnerungen von Wladyslaw Midowytsch – der Leiter der Sternwarte von 1937 bis 1939 – wegen der hohen Bewölkung war es schwer die astronomischen Beobachtungen durchzuführen, „Leider war der Himmel über dem Schwarzen Berg von Frühling bis Herbst stark bewölkt, und derjenige, der diesen Ort für den Bau der Sternwarte ausgesucht hat, scheint nicht dem besten Spezialisten von dem Klima der Ostkarpaten  zu sein“. Außer den astronomischen Beobachtungen, verfolgte der Bund der Luftverteidigung von Polen das Ziel die Durchführung der Wetterbeobachtungen für die Bedürfnisse der Luftfahrt – ein von den prioritären Bereiche  des polnischen militärisch-industriellen Komplexes. Das polnische Militär plante im Gebäude der Sternwarte den Posten der Grenzwache zu organisieren.

Es stellte sich nun die Frage, wo wäre es besser  das Observatorium zu bauen: auf dem Berg Howerla oder auf dem Berg Pip Iwan. Der Sieg bekam bei diesem Wettbewerb zwischen diesen beiden Bergen der Berg Pip Iwan. Bei der Ausreise und der Besichtigung der Bergspitzen zeigte der 60-jährige Leon Berbezkyj den Platz, wo die zukünftige Sternwarte stehen muss. Die Vorteile des Berges Pip Iwan waren folgende: seiner Erreichbarkeit, weniger geneigten Anstieg, der größere Flächeninhalt der Bergspitze und letztendlich man wollte nicht mit dem Bau die Aussicht des Howerlas zu verderben.

Am selben Jahr erklärte der Bund der Luftverteidigung von Polen den offenen Wettbewerb um das Bauprojekt der Sternwarte. Am 29. Oktober 1935 wurde das Ergebnis des Wettbewerbes, in dem nur zwei Architekten teilnahmen, erklärt. Keiner von denen kam mit dieser Aufgabe zurecht und ihre Bauprojekte wurden wegen der „Disharmonie mit der Natur des Schwarzen Berges“ abgelehnt. An zweitem diesmal geschlossenem Wettbewerb nahmen 5 Autoren und Autorenkollektiven teil. Man stellte ihnen folgende Bedingungen vor:

– Die Ausnutzung bei dem Bau die große Menge von Sandsteinen löste die Logistikprobleme und ermöglichte die schnellere Anfertigung des Baus, was letztendlich die Anzahl der Bauausgaben verringerte.

– Die harmonische Verbindung von Funktionalität und Rationalität des Gebäudes der Sternwarte mit der umliegenden Bergnatur;

– Die Berücksichtigung der natürlichen und klimatischen Bedingungen der Karpaten.

Besonders wichtig waren die Anforderungen an die Energieeffizienz und das sichere Fundament des Gebäudes der Sternwarte. Die Besonderheiten des Klimas in Karpaten und die zerstörerische Kraft der verheerenden Winde waren schon bekannt (dank der Zufluchtsorten für die Touristen, die früher in den Karpaten mit der Unterstützung der polnischen Gemeinschaft Tatranske gebaut wurden).

Schließlich wurde am 16. Dezember 1935 nach der elfstündigen Sitzung der Juris unter der Leitung von dem Professor Jerzy Pniewskij das erfolgreichste schönste und funktionsfähige Bauprojekt von dem Autorenkollektiv Jan Pogoskuj  und Kazymyr Martschewskyj ausgewählt. Genau ihres Projekt wurde für den Bau genehmigt. Das Bauprojekt führten die Architekten im damals charakterlichen Baustil von funktionalem Konstruktivismus durch. Der Konstruktivismus (lateinisch constructio „Bau“) – eine von den Weisen der Formbildung, die sich auf genauen Berechnungen der physikalischen Eigenschaften und Funktionen des Objektes basiert. Die Vorläufer des neuen Architekturstils waren der Glaspavillon für die erste Weltausstellung  im Jahr 1851 in London und der berühmte Eiffelturm, der für die Weltausstellung im Jahr 1889 in Paris erbaut wurde. Ein von den ersten Architekten-Konstruktivisten war der Franzose Tony Garnier, der dem Autor von dem Bauprojekt der „Industriellen Stadt“ und des Olympiastadions in Lyon war.

Die damaligen Europäer waren von dem neuen Architekturstil sehr begeistert – es spielte die entscheidende Rolle bei der Auswahl des Gewinners diesen Wettbewerb. Der Projektgewinner dieses Wettbewerbes veröffentlichte man in der 12. Ausgabe des polnischen Magazins „Architektur und Bauwesen“ von 1935 (der man in Warschau verlegte) für die öffentliche Diskussion.

Um den Bau zu beginnen, lösten die Leiter des Bundes der Luftverteidigung von Polen mit der Unterstützung des Vogts von Schabje Petro Scheryk-Donykowyj die Landfragen.    So kaufte der Bund der Luftverteidigung von Polen Verteidigung in Huzulenland im Jahr 1935 zwei Grundstücke ein, jedes Grundstück kostete 1500 Zloty pro ein Morgen.

Das erste Grundstück – 7 Hektare des Landes in Schabje-Il’zi in Vlysywky (Bagna) kaufte man für 13 Tausend Zloty (die Einheimischen erinnern sich, es war insgesamt 12 Morgen, 1 Morgen lag bei 0, 58 ha) für den Bau des Huzulischen Museums. Ein Teil von diesem Grundstück kaufte man bei Huzul Harij von Il’zi, der aus einer bekannten huzulischen Familie Ursched-Zhuky (Tanasenkiwski) stammt und das andere Teil kaufte man bei Juden mit einer Bedingung: „Wenn es nicht der Fall ist, das die Herren dieses Grundstück in ihren Besitz wegnahm“.

Das zweite Grundstück auf dem Berg Pip Iwan, das der Bund der Luftverteidigung von Polen bei den zwei Töchtern von Iwan Maksymjuk (Annotschinnyj), die in Werhnij Jaseniw wohnten. Der Besitzer hatte Polonina Gropa, die zu dem Berg Pip Iwan gehörte. Wenn zwei seinen Töchter Maria und Hafija mit den Brüdern Petro und Iwan Schkribljak heirateten, dann bekamen sie als „Brautpreis“ die Polonina Gropa und die 100 Kühe. Nach ihrer Heirat hielten die zwei Schwestern die Polonina zusammen und im Jahr 1935 verkauften sie das Grundstück auf der Spitze des Berges dem polnischen Bund. Für das Geld, das sie von dem Verkauf ihres Grundstückes auf dem Berg Pip Iwan bekamen, kauften sie das andere Grundstück auf vier Heureiter für die Heubeschaffung in dem Flurname Pohorilets.

Bei dem Treffen Maria Schkribljak (1914-2004) in dem Dorf Werhnij Jaseniw erkundigte man sich folgende: „Wenn ich und meine Schwester sich verheirateten, dann bekamen wir von unserem Vater den Brautpreis – die Polonina Gropa. Zu unserer Polonina gehörte der Berg Pipiwan. Polen kaufte bei uns den Berg Pipiwan und baute dort das Observatorium. Für das Geld kauften wir das Grundstück in dem Flurname Pohorilets“.

Das astronomische Observatorium auf dem Berg Pip Iwan Tschornogorskyj

Der alte Mann aus dem Dorf Bukowez – Mykola Schkribljak (1902-2000) erzählte über die schwere körperliche Arbeit der Huzulen bei dem Bau des Observatoriums: „Ich habe gesehen, wie unsere Leute das Haus-Observatorium auf dem Pipiwan gebaut haben. Unsere Leute haben nie „Pip Iwan“ gesagt, sondern „Pipiwan“. Das war ein großes Haus auf der Polonina von Iwan Schirbuschnyj von Jaseniw. Er hat diese Polonina von irgendwelchen Mykyta und Annotschka (die auch aus Jaseniw stammten) bekommen. Das Observatorium wurde von unseren Huzulen aufgebaut. Unsere Leute haben Steine, Sand, Zement und Wasser auf den Pferden transportiert oder auf ihren Schultern getragen. Das war sehr schwere körperliche Arbeit. Auf diesem Haus war das Kupferdach. Es hat geglänzt, wenn die Sonne schien, als ob es aus dem Gold war. Man konnte es von weitem sehen.“

Der Bau der Straße

Bis Frühling 1935 sammelte man auf der Bergspitze 1500 Kubikmeter der Bausteine und man fing den Bau der Straße an. Während des Ersten Weltkrieg (im Jahr 1916) wurde die Straße von Schabje-Il’zi bis Schybene den russischen Truppen des Generals Alexei Brussilow repariert.   Diese Straße brauchte eine leichte Renovierung den Bau an bestimmten Stellen die neuen Brücken. Besonders schwer war der Bau der 14 Kilometer der Bergstraße von dem Dorf Schybene durch Pohorilets und dann steil nach oben neben dem See Maritschetschka und bis zu der Spitze von dem Berg Pip Iwan. Die polnische Regierung versammelte zwangsweise für den Bau dieser Straße die große Anzahl der Huzulen von den umliegenden Dörfern. Also, jeder Mann musste „huzhtrud“ machen –  die unbezahlbare Zwangsarbeit der den Dorfbewohner bei dem Bau der Straße. Hier arbeiteten schwierig die Hunderte der Huzulen von verschiedenen Altersgruppen, außerdem arbeiteten hier viele Frauen und Kinder.  Außer Huzulen arbeiteten bei dem Bau der Straße die polnischen Truppen und die Einheimischen nannten sie „Junaky“. Im Dorf Krasnyk im Flurname Protschert ebneten die polnischen Truppen die Straße aus Pflaster, die noch bis heute gut ist. Die anderen komplizierten Stellen auf der Straße (besonders sumpfige Stellen) ebnete man den Schnitthölzern. Man nennte solche Straßen umgangssprachlich „Streibriche“. Einige Huzulen befreiten die Bepflanzung, um den Platz für den Straßenbau zu schaffen, die andere – gruben die Erde      , zerkleinerten die Steine, befestigten die Ufer. Auf dem Abschnitt von Schybene bis Pohorilets befand sich die Straße sehr nah am Fluss Schybenyj,  auf der man durch die Schleusen Schybenyj, Bahnhof, Schiwnyk die Flöße-Daraba runter abfertigte.

Den Bau der Bergstraße und der Sternwarte kontrollierte der Ingenieur-Architekt Adolf Meisner von Lemberg. Auf den Baustellen direkt leiteten der Bauarbeiter Basel Lanewskyj, die den Hauptleuten Antonewytsch,  Leisor, Hetner, Iwan Tschofran und Dmytro Tschornuschka von Il’zi (den die Huzulen „Baraba“ nannten). „Baraba“ nannte man damals derjenigen, der arbeitslos war und sich für die Zeitarbeit einstellte. Zum Beispiel den Name „Baraba Firasowyj“ hatte derjenige, der bei einem Sägewerk („Tartak“) arbeitete.

Der Bau des Observatoriums

Wenn die Straße geebnet wurde, begann der Bau des Observatoriums. Im Tal des Pogoriletschs war das große Lager, wohin man aus Worochta mit den Fuhrwerken und den Autos die Baustoffe mitbrachte. Der symbolische Eckpfeiler wurde im Fundament am 5. September 1936 gelegt.

Man begann der Bau auf der Bergspitze. Zuerst kamen dort die Meister unter der Leitung von Dmytro Andrijuk aus Sokoliwka, um das hölzerne Haus für die Knechte aufzubauen. Man nennte dieses Haus „Andzhinyriwka“. Für ihre eigene Unterkunft stellten sie zwischen den zwei Steinen eine Holzdecke, bedeckten sie der Rinde der Fichten und der Bergkiefern und deckten mit der Zeltplane ab.

Nach den Erinnerungen der alten Leute, es war sehr kalt in diesem „Haus“ ohne Wände auf der Höhe 2028 m ü. d. M. zu schlafen.  Besonders wertvollen Erinnerungen bekam man von Wasyl Palijtschuk (1900-1999) aus dem Dorf Babyn, der direkt bei dem Bau der Sternwarte beteiligt war: „Als ich auf der Spitze des Berges Pipiwan gekommen bin, gab es dort keines Observatorium. Dort waren nur zwei große Steine, die den Ästen und der Zeltplane bedeckt waren. Ich bin ins Kolyba (Haus) getreten, dort hat eine Lampe geleuchtet…Wenn ich dort gearbeitet habe, dann habe ich in diesem Kolyba geschlafen. Es war Winter. Wir haben das Funkenfeuer im Kolyba angemacht, aber der Wind  hat es ausgelöscht. Ich war warm angezogen, habe eine Bohle gelegt und ich habe sie mit dem Moos bedeckt“.

Ein von den Vorarbeitern – Iwan Tschofran – vereinbarte mit Wasyl Palijtschuk, der in Schabje arbeitete, dass er die Fenster und die Türen für das hölzerne Haus  zu dem Preis 9 Zloty pro Stück herstellte. Auf diesem Zeitpunkt wurden die Arbeit bei der Baustelle und die Lieferung der Baustoffe auf den Berg Pip Iwan sehr gut bezahlt. Auf die Suche nach den „langen Zlotys“ kamen zahllose Menschen in Pohorilets. Ihr Beweggrund war der hohe Arbeitslohn, der man sofort bekam – im Gegenteil zu der berühmten Fabrik „Olejky“, wo viele Leute arbeiteten und ihre Arbeitslöhne den ganzen nicht bekamen. Von dem Lager in Pohorilets brachte man die Baustoffe auf die Spitze von dem Berg Pip Iwan vorzugsweise mit den kleinen widerstandsfähigen Pferden „Huzulyky“. Die Leute, die kein Pferd hatten, trugen die Fracht in den Säcken auf ihren Schultern. Für die Pferde bastelten die Huzulen die kleinen einspännigen Karren mit 2 Rädern und mit großen Truhen für die Baustoffe. Die Hebung der Baustoffe von Pohorilets auf den Berg dauerte 2,5-3 Stunden. Auf dem Berg bekamen die Arbeiter das Essen und das Futter für die Pferde.

Die Frau aus dem Dorf Kryworiwnja Hanna Buskanjuk (1927-2010), wenn sie noch ein Kind war, half ihrem Vater bei der Hebung der Baustoffe für den Bau der Sternwarte: „Mein Vater, Wasyl Mosejtschuk, hatte ein Paar gute Pferde und er stellte sich an alles Mögliche auf den Berg Pipiwan transportieren: Zement, Mauerziegel, Lebensmittel und verschiedene Werkzeuge. Mein Vater hat die Pferde geführt und ich habe ihn verfolgt und die Steine getragen, um sie unter die Räder zu legen. Ich wurde wie eine Arbeiterin gewesen, weil jede Arbeiterin ihre Pferde zurückkehren konnte. Außer meinen Vater, sind noch viele Leute auf den Berg Pipiwan mit ihren Pferden gegangen. Aber ich war damals noch zu klein und erinnere mich nur an die zwei Brüder – Wasyl Motoryk und Nykola Mogoruk (beide sind Pigatschuky) aus Berezhnytschja, die dort auch bei der Hebung der Baustoffe beschäftigt waren“.

Das astronomische Observatorium auf dem Berg Pip Iwan Tschornogorskyj

Keiner konnte nicht mehr als 2 Mal am Sommertag die Baustoffe heben. Für eine Hebung der Fracht verdiente man 12 Zlotys (an einem Tag könnte man 24 Zlotys verdienen) während ein Holzfäller 5 Zlotys am Tag verdiente, ein Mäher – 2 Zlotys, eine Hackerin – 1 Zloty. Ein Marderfell kostete 120 Zlotys, eine Kuh – 100-150 Zlotys, 100 kg Mais – 20 Zlotys, ein großes Tuch – 20 Zlotys.

Man begleitete nie die Fahrer, die Mauerzeige oder Zement brachen, aber das polnische Militär begleitete immer diejenige Huzulen, die wertvoller Waren (z.B. Glas, Lebensmittel, Decken, Stoff) beförderten. Die Anzahl der Menschen, die bei der Baustelle beschäftigt waren, veränderte sich angesichts der Jahreszeit und des Wetters ständig.

Die Lieferung der Frachten brauchte den sehr hohen Kostenaufwand und den Arbeitseinsatz. Ein Sack Zement kostete 6 Zlotys und seine Lieferung auf den Berg kostete 12 Zlotys. Ein Kubikmeter Holz kostete 1 Zloty und seine Lieferung auf den Berg – 12 Zlotys. Insgesamt lieferte man 800 Tonnen Baustoffe für den Bau des Observatoriums und die Eisenbahnstrecke von Worochta bis den Berg Pip Iwan (fast 70 Kilometer).

Die Versorgung des Trink- und Betriebswassers auf den Berg war ein sehr komplizierter Prozess. Man transportierte es auf den Pferden oder auf eigenen Schultern von der Quelle, die in der Nähe von der Bergspitze war. Für die technischen Zwecke (soweit es möglich war) nutzte man das Regenwasser, das man in den speziellen Sammelflächen ableitete. Bei dem Bau der Sternwarte gab man in Beton Eier und Kuhmilch hinzu. Um die Milch nicht von dem Berg Gropa auf den Berg Pip Iwan zu transportieren, melkte man die Kühe, die man auf dem Berg weidete. Für den Mörtel war auch Sand benötigt, der man zuerst aus Pohorilets brachte. Später (wegen des hohen Kostenaufwand) entschied man ihn direkt auf dem Berg aus den weichen Sandsteinen, die man dort genug hatte, beschaffen. Man musste Schotter sieben, dann bekam man Sand. Nach den Erinnerungen allen ohne Ausnahme Huzulen, es war eine „höllische“ Arbeit wie bei einer Strafkolonie.

Nach den Erinnerungen der alten Leute von Huzulenland, im Jahr 1936 (das erste Jahr der Arbeit) wurde man die Straße geebnet, das hölzerne Haus „Andzhinyriwka“ und Kläranlagen gebaut, das Fundament und das Teil des Observatoriums angefertigt. Wenn der Schnee fiel, hörten die Bauarbeiten auf dem Berg Pip Iwan auf.  Im Winter überwachten dort Wasyl Palijtschuk aus Babyn und Wasyl Tomaschuk (Sofijutschin) aus Bukiwez.

Mit dem Beginn des Frühlings 1937, erneuerten die Bauarbeiten mit neuer Kraft

Mit dem Beginn des Frühlings 1937, erneuerten die Bauarbeiten mit neuer Kraft. Das hatte damit zu tun, dass man auf den Berg die 33 schweren Kisten (die schwierigste von denen wog 950 kg) mit den Teilen von dem zukünftigen Kupferdach heben musste. Genau so kompliziert war die Hebung der Präzisionsinstrumenten und der Ausrüstung.

In der Zeit des Baus fand der große Arbeiterstreik statt. Nach dem, wenn die Leitung des Baus der bekannte Geschäftsmann aus Schabje und der Sammler Lejsor Hetner übernahm, sankt die Vergütung für die Transportierung und die Zerkleinerung der Steine. Diese Veränderungen betrafen nicht nur die Maurer, die 16 Zlotys pro Arbeitstag bekamen. Die Fahrer und die Kutscher streikten und verließen die Arbeit. An ihren Stellen fand Lejsor Hetner die anderen Arbeiter aus Jaworiw. Sie versuchten die Baustoffe mit ihren schweren vierrädrigen Kutschen transportieren, aber wegen der ständigen kalten Winde und der körperlich schwierige Arbeit, schwitzten ihre Pferde stark, erkälteten sich und die zahlreichen von denen starben. Die Arbeiter aus Jaworiw verließen diese Arbeit und Leisor Hetner musste die alten Löhne für die Fahrer und die Kutscher wiederherstellen. Für die Zerkleinerung der Steine fand er neuen günstigen Arbeitskräfte und damit die Kostenaufwand für die Baustelle deutlich sank.

Andrij Spaskyj (geb. 1919) – der alte Mann aus dem Dorf Il’zi – erzählt über die schwierige Arbeit bei dem Bau der Sternwarte: „Oh mein Gott, das war sehr schwierige Arbeit, echte Sklaverei…Das war überschwierige Arbeit wie für die Menschen, so auch für die Pferde. Wegen der Arbeit, wurden die Pferde kränklich und krepierten, deswegen verließen die Arbeiter ihre Arbeit. Die Arbeiter verdienten zu wenig und sie streikten, danach erhielten sie die besseren Verdienste. Wenn der Jude Hetner aus Schabje kam, dann wurde es noch schlimmer. Ich möchte sagen, dass damals in Huzulenland nicht der rein polnische Staat war, sondern der polnisch-jüdische…“.

Im Winter 1937 überwachten die Baustelle wieder Wasyl Palijtschuk aus Babyn und Wasyl Tomaschuk aus Bukiwez. Schon von der zweiten Hälfte des Dezembers kam zu der zukünftigen Sternwarte der neu ernannte Leiter Wladyslaw Midowytsch. Zum Zeitpunkt seiner Ankunft war mit den Wächtern der Obermechaniker Wladyslaw Schewtschuk, der „die Gebäudeheizung beobachtet, die die frischen Wände trocken machte“.

Die Ehefrau von Wasyl TomaschukWasylyna Tomaschuk (geb. 1932), die noch heute im Dorf Bukowez wohnt, erzählt folgende: „Mein verstorbener Mann Wasyl Tomaschuk (geb. 1906) erzählte, dass nach dem Dienst in der polnischen Armee überwachte er das Gebäude der Sternwarte auf dem Berg Pipiwan und hatte dort sein Zimmer. Man brachte mit den Pferden das Essen auf den Berg von Pohorilets. Er bekam von den Polen den Lohn für diese Arbeit. Er begleitete auch die Herren auf den Schwarzen Berg. Die Winter auf dem Berg waren sehr kalt: Schnee fiel, Winde wehten, Fröste waren heftige…Wegen dieses Unwetters erkälteten sich seine Füße und es erfror drei Zehen. Die Ärzte amputierten diese Zehen, deswegen bekam er die Pension von Polen. Mein verstorbener Mann erzählte, dass Wasjuta Grymaljukowa (aus Dzymbronja) im Zufluchtsort in Pohorilets das Essen für die Herren kochte. Sie schlief mit dem Herrn von der Sternwarte und sie hatte den Sohn von ihm. Wenn Polen zerfiel, dann nahm sich dieser Herr seinen Sohn mit und wegging“.

Das Gebäude der Sternwarte war dem Kuper bedeckt und hatte die Form der spiegelblanken Abbildung von dem lateinischen Buchstaben „L“ mit dem aufgebauten im oberen Teil des Gebäudes Turm, der die 6 Meter Kuppel drauf hatte. Dieses gewaltige Gebäude der Sternwarte bestand aus den 5 Stockwerken, 43 Zimmern, 57 Fenstern. Hier gab es auch der große Pavillon, das Haus von dem Leiter und den Personal, die Küche, die Mensa, das Gastzimmer, die Herberge, der Raum mit dem Radioempfänger, der Raum mit meteorologischen Instrumenten, das Heizwerk, der Raum, wo 240 große Akkumulatoren sich befanden und viele Nebengebäude.

Die Eröffnung des Observatoriums auf dem Berg Pip Iwan

Die Eröffnung des Observatoriums auf dem Berg Pip Iwan
Am Anfang des Juli 1938 kam Wladyslaw Midowytsch mit seiner Ehefrau Antonina Midowytsch (geb. Zwjah) und mit ihrem 5-järigen Sohn Jazek in Pohorilets. Sie hatten sehr viele Gepäckstücke und kamen mit den mehreren Autos, die ihnen das 49. Regiment der Huzulischen Schützen von Kolomyja gewährte. Der Oberst Wladyslaw Sitkewytsch begleitete sie zur Base in Pohorilets.

Endlich kam der Tag der offiziellen Eröffnung und der Segnung des Observatoriums. Nach den Erinnerungen von Wladyslaw Midowytsch, vor der offiziellen Eröffnung geschah einen großen Skandal, der General Leon Berbezkyj dem zuständigen für den Bau Architekten machte. Der General, der eine Stunde früher ankam, ärgerte sich wenn er sah, dass die Bauarbeiten, trotz der neuerlichen feierlichen Versprechen den Bau rechtzeitig und komplett zu beenden, noch nicht angefertigt sind. Um dieses peinliche Eindruck des unfertigen Parkettes abzubüßen,   deckte man den Boden mit den grünen Teppichen. Für immer unvollendet war auch die Wasserleitung mit den zwei elektrischen Pumpen. Das Budget der Sternwarte bestand aus einer Million Zlotys und man entschied, 40 Tausend Zlotys zu sparen.

Das Wetter am Vormittag des 29. Juli 1938 war sehr gut. Am Nachmittag war sehr heftiges Gewitter. Nach den Erinnerungen der Einheimischen, einen Tag vorher (in den Dörfern, wo die offizielle Delegation vorüberfahren sollte) strich man in weiß die Säulen und die Gärender, die neben der Straße waren. Man zwang die einheimischen Huzulen die Stacheldrähte, die sie noch von den Zeiten nach dem Ende des Ersten Weltkrieges auf den Polonina und neben die Redoute fanden und in ihren Haushalten nutzten,  von ihren Zäunen abzunehmen.

Die Delegation aus Warschau kam mit den 23 Autos nach Pohorilets und ging auf den Berg Pip Iwan. Endgültig wurde die Sternwarte offiziell benannt „Imenia marshala Jozefa Pilsudskiego Observatorijum meteorogiczno/astronomiczne L.O.O.P“, „Das astronomisch-meteorologische Observatorium vom Jozef Pilsudski des Bundes der Luftverteidigung von Polen L.O.O.P“. Nach dem Tod von Jozef Pilsudski (12. Mai 1935) konnte nicht kein anderer Name für das solche strategisch wichtige Objekt entstehen.

Zu der Eröffnung des Observatoriums kamen die höchsten politischen Repräsentanten der polnischen Regierung. Der Marschall vom polnischen Senat Alexander Pristor schnitt die symbolische Band durch, ehemaliger Minister für Kommunikation Erzhy Pjasezkyj, Leiter des Bundes der Luftverteidigung von Polen Leon Berbezkyj,  Leiter des staatlichen Meteorologischen Institutes Jan Blaton,  zahlreiche Wissenschaftler, die Gruppe der Staatsdiener von den allen Regierung-Niveaus und viele Huzulen mit dem Vogt von Schabje Petro Scheryk-Donykowyj.

Der Bewohner des Dorfes Kryworiwnja Iwan Zwilynjuk (1927-2011) erzählte über die große Anzahl der Autos: “Ich war damals noch ein kleiner Junge, ich war 11 Jahre alt wenn man das Observatorium auf dem Berg Pipiwan eröffnete, aber ich erinnere mich daran, wenn eine Frau aus Warschau gekommen war um die Sternwarte zu eröffnen. Man hat gesagt, dass diese Frau eine Million Zlotys für diesen Bau gegeben hat. Der Präsident war damals Hnat Mostizkyj. Am diesen Tag habe ich auf die Spitze der Vogel-Kirsche geklettert und ich habe gesehen, wie die Autos gefahren sind. Insgesamt waren dort 23 Autos, solche Autos habe ich früher noch nie gesehen“.

Nach der offiziellen Eröffnung und der Segnung des Observatoriums waren die Besichtigung des Gebäudes und der feierliche Empfang Gäste aus Warschau. Auf dem oberen Stockwerk war das feierliche Mittagessen für die  obersten Staatsdiener mit dem Marschall Alexander Pristor, auf dem unteren Stockwerk fand der Empfang der unteren Beamten statt. Wie am Tag der Eröffnung, genauso später, war der Eintritt  nur mit dem Passierschein, den der Leiter des staatlichen Meteorologischen Institutes in Warschau unterschrieb, möglich.  Das feierliche Mittagessen wurde von dem heftigen Gewitter unterbrochen. Alle Gäste ritten auf den huzulischen Pferden runter zu ihren Autos in Pohorilets, dann fuhren sie mit den Autos durch Schabje, Kosiw nach Kolomyja.

Das Observatorium begann die zweite Phase der Funktionierung, aber sie war leider sehr kurz und dauerte nur 14 Monate.

In diesem Artikel wurde die historische Rekonstruktion des Baus der astronomisch-meteorologischen Sternwarte auf dem Berg Pip Iwan (der Schwarze Berg) vorgestellt. Nach diesen Untersuchungen stellte man fest, dass das Observatorium den talentierten polnischen und ukrainischen Bauarbeitern im Zeitraum von 1936 bis 1938 aufgebaut wurde. Sie wurde die „Huzulische Pyramide“ genannt. Das einzigartige steinerne Gebäude, das in den ukrainischen Karpaten aufgebaut wurde und in der Nähe von dem geographischen Mittelpunkt Europas sich befand, gehört zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Ukraine und Polen zusammen. Man muss sie für die folgenden Nachkommen aufbewahren.  Es freut, dass die Nationale Wassyl-Stefanyk-Universität der Vorkarpaten zusammen mit der kommunalen Verwaltung von Werchowyna den Prozess der Rekonstruktion der Sternwarte begannen.