Holzkirchen in den Karpaten

Holzkirchen in den Karpaten

Holzkirchen sind für die Westukraine sehr typisch. Die Volksbaukunst ist an den Kirchen am besten erhalten, bemerkenswert sind vor allem die Malereien und Schnitzereien. Die Kirchen sind sowohl In Dörfern und Städten anzutreffen. Die Kirchengebäude sind in der Ukraine Ort und Gegenstand der Auseinandersetzung. Bewahrung alter Baukunst oder gar Denkmalpflege spielen meist keine Rolle, deshalb findet man auch Holzkirchen mit einer neuen Blecheindeckung oder desolate Kirchengebäude und daneben ein neu errichtetes Gotteshaus.

Im Karpatengebiet unterscheidet man fünf traditionelle Typen von Holzkirchen: drei nach den Volksgruppen – Lemken, Bojken und Huzulen – benannte Typen und gotische bzw. barocke Holzkirchcn. Die Kirchen der Lemken und Bojken sind in der Bauweise durch die Zahl drei besonders geprägt. Die Kirchen bestehen aus drei Räumen und drei Kuppeln. Als religiöser Hintergrund besteht der Bezug zum Prinzip der heiligen Dreifaltigkeit Die einzige erhaltene Lemken-Kirche steht im Freiluftmuseum in Uzhorod. Bojkenkirchen gibt es nördlich von Uzhorod. Die Kirchen der Huzulen zeichnen sich durch die Kreuzform aus – die Holzkirche in Jasinja ist ein Beispiel dafür Die Unterscheidung zwischen gotischen und barocken Kirchen kann vor allem an der Turmform erfolgen. Die spitzen gotischen Türme sind vor allem in der Theiß-Region zu finden. Üppige Barocktürme kommen dagegen in der Karpatenregion zwischen Volovec’ und Mizhirja vor.

Die älteste erhaltene Holzkirche steht Seredne Vodjane (Region Rachiv), die Kirche des heiligen Nikolai (Святого Миколая) wurde im Jahre 1428 erbaut. Insgesamt haben sich bis die heutige Zeit mehr als hundert Holzkirchen in der Westukraine erhalten, die meisten im Karpatengebiet.